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Geschichte des Vatikans
Der kleinste souveräne Staat der Welt und sein Oberhaupt
Der Vatikan (benannt nach dem Hügel mons vaticanus, auf dem die Gebäude errichtet wurden) ist der
kleinste souveräne Staat der Welt. Er liegt mitten in Rom und hat eine Fläche von 0,45 km²
und 805 Einwohner (davon 552 vatikanische Staatsbürger).
Zur Vatikanstadt gehören Petersdom, Petersplatz und die im Vatikan gelegenen Paläste und
Gärten.
Staatsoberhaupt ist der Papst, der auch den weltlichen Vatikanstaat vertritt.
Geschichte des Vatikans
Auf einem Hügel Roms, dem mons vaticanus - einst stand hier der Zirkus Kaiser Neros - wurde laut Überlieferung
der Apostel Petrus beerdigt. Schon im 4. Jahrhundert wurde ihm zu Ehren eine große Kirche errichtet, und im Laufe der Zeit folgten
mehrere Kapellen und Gebäude zur Unterbringung von Pilgern, aber auch Wehranlagen.
Die päpstliche Kathedrale blieb jedoch bis ins 14. Jahrhundert die Lateranbasilika, und der Papst residierte im
Lateranpalast. Im Jahre 751 wurde der Kirche durch Kaiser Pippin das Recht auf einen eigenen Staat zugesichert,
aber erst nach dem Schisma kehrte der Papst 1377 aus Avignon nach Rom zurück.
Nun begannen auch die großen Bauten im Vatikan, Gestalt anzunehmen: der Petersdom wurde 1506 begonnen, 1589
folgte der Apostolische Palast, in dem sich noch heute die päpstliche Wohnung sowie hohe Verwaltungsorgane
befinden. 1626 wurde der Petersdom eröffnet, jedoch erst um 1650 fertig gestellt.
Im Laufe der Zeit dehnte sich das vatikanische Kirchenstaatsgebiet über ganz Mittelitalien aus. Mit der französischen Revolution
(1789) wurde dieses Gebiet aber zur Republik und 1808 endgültig dem Königreich Italien einverleibt. Der Wiener Kongress 1814/15
stellte den Kirchenstaat wieder her, die Lage blieb aber lange umstritten; 1870 wurde der Vatikan vom italienischen König besetzt.
Erst die Lateranverträge mit Mussolini 1929 machten den Vatikan - nun allerdings begrenzt auf die von einer Mauer umschlossenen
Gebäude rund um den Petersplatz - zu einem souveränen Staat.
Geschichte des Papsttums
Laut katholischer Lehre ist der Papst der Nachfolger des Apostel Paulus, der um das Jahr 67 n.Chr. in Rom
hingerichtet wurde und als erster Bischof von Rom gilt. Der Begriff geht auf den römischen Bischof Siricus (385-399) zurück, der
sich als erster den Titel papa (Vater) gab. Als Amtsbezeichnung des Bischofs von Rom wurde der Titel von Gregor I.
(590-604) festgeschrieben. Seit Leo I. (440-461) führt der Papst zusätzlich den Titel Pontifex maximus, der vorher dem
römischen Kaiser als oberstem Priester gebührte.
Im Mittelalter gab es zeitweise mehrere Päpste, da einflußreiche Familien, der Kaiser oder Kardinäle mit dem gewählten Papst nicht
einverstanden waren. So gab es zum gewählten Papst entsprechende Gegenpäpste.
Zudem residierte der Papst im 14. Jahrhundert zeitweise in Avignon, was seinen Grund im wachsenden Einfluss Frankreichs hatte. Die
danach folgende Spaltung der katholischen Kirche (Schisma) mit bis zu drei Päpsten in Avignon, Rom und Pisa konnte erst auf dem
Konzil von Konstanz (1417) beseitigt werden.
Informationen über Papst Benedikt XVI. »
Liste aller Päpste von Petrus bis Benedikt XVI. »
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